
Die Präsentation ist für morgen angesetzt, die Agenda ist unklar und die Folien sind noch leer. Oder umgekehrt: Der Inhalt steht, aber aus dem alten PowerPoint-Template wird einfach kein ansprechendes Gesamtbild.
Präsentationen mit KI erstellen geht – von der ersten Idee bis zum Feinschliff im Design. ABER. Nicht alles auf einmal und nicht alles geht in einem Tool. Ich habe dazu ein Webinar für das Haus des Stiftens gehalten und zeige Schritt für Schritt, wie verschiedene KI-Tools zusammenspielen.
Die wichtigste Grundregel: Zerlege die Aufgabe in kleine, klare Schritte – und finde für jeden Schritt das Tool, das am besten passt.
Das lernst du im Webinar:

Phase 1 – Inhalte vorbereiten:
- Recherche
- Ziel definieren
- Inhalte reduzieren
- Storyline entwickeln
Phase 2 – Präsentation umsetzen:
- Folien erzeugen
- Feinschliff: Bilder und Präsentationstools
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Phase 1: Inhalte vorbereiten
1. Recherche mit KI
Bevor die erste Folie entsteht, brauchen wir Material. KI-gestützte Suchmaschinen wie Perplexity oder die Websuche in NotebookLM, ChatGPT, Claude oder Mistral helfen hier schnell, ein Thema zu recherchieren, Aspekte zu ergänzen, aktuelle Infos zusammenzustellen.
Wichtig: KI-Tools halluzinieren. Für den Faktencheck klicke auf die verlinkten Ressourcen und überprüfe Zahlen, Quellen, Zitate immer gründlich.
2. Ziel definieren

Eine gute Präsentation braucht ein klares Ziel – und viele von uns überspringen genau diesen Schritt. KI kann hier als Sparringspartner helfen, das eigene Ziel zu schärfen.
- Beschreibe ChatGPT oder Claude dein Thema und deine Zielgruppe.
- Lass dich fragen: „Was soll mein Publikum am Ende denken, fühlen oder tun?„
- Lass dir verschiedene Zielformulierungen vorschlagen und wähle die, die am besten passt.
3. Inhalte reduzieren
Zu viel auf den Folien und zu viele Folien ist die häufigste Schwäche von Präsentationen. KI hilft dabei, Inhalte zu priorisieren und auf das Wesentliche zu kürzen.
Lass dir von der KI helfen, das Material auf die 3 wichtigsten Punkte oder das eine Learning für deine konkrete Zielgruppe zu reduzieren.

Zum Rauskopieren:
Du bist mein Präsentations-Coach. Wir arbeiten gemeinsam an einer Präsentation Schritt für Schritt. Stelle mir immer nur eine Frage auf einmal und warte auf meine Antwort. Sei kritisch und frage nach, bis Klarheit entsteht. Warte auf ein explizites „Nächster Schritt“ bevor du in den nächsten Schritt gehst.
Schritt 1 – Ziel und Zielgruppe
Frag mich: Wer sitzt im Publikum und was soll nach meinem Vortrag anders sein als vorher? Denken, fühlen oder entscheiden?
Schritt 2 – Inhalte reduzieren
Ich sage dir, was ich alles zeigen will. Hilf mir, auf maximal 3
Kernbotschaften zu kommen. Frag kritisch nach, was wirklich nötig ist – und was ich weglassen kann, ohne dass etwas Wichtiges verloren geht.
Schritt 3 – Storyline bauen
Schlag mir einen Spannungsbogen vor, der zu Zielgruppe und Ziel passt. Kein Inhaltsverzeichnis – sondern eine dramaturgische Logik: Was kommt zuerst, was sind Wendepunkte oder Aha-Momente, womit ende ich?
4. Storyline entwickeln
Mit dem definierten Ziel, dem recherchierten Material und den Kernbotschaften kann jetzt die Struktur entstehen.
- Gib der KI Ziel, Zielgruppe und deine Kernbotschaften als Kontext.
- Bitte um einen Vorschlag für einen dramaturgischen Aufbau – mit Einstieg, Hauptteil und Abschluss.
- Verfeinere in weiteren Schritten: Stärkerer Einstieg? Wo sollen Aha-Momente sein? Wie gelingt Aktivierung? Konkreter Call to Action am Ende?
Wichtig: Deine Haltung macht deine Präsentation aus. KI-Tools tendieren zu Durchschnittsallerlei. Sorge du dafür dass deine Botschaft klar wird und bleibt.
Am Ende von Schritt 4: Lass dir alles zu einem Briefing und Folienkonzept zusammenfassen. Z.B. so:

“Fasse alles, was wir erarbeitet haben, in einem strukturierten Dokument zusammen. Gliedere es:
Ziel und Zielgruppe: Was soll die Präsentation bewirken – und bei wem?
Die 3 Kernbotschaften: Knapp und präzise formuliert.
Storyline: Der Spannungsbogen als kurze Abfolge – mit Wendepunkt und Abschluss
Folien-Plan: Pro Folie: Titel, zentrale Aussage, mögliche Visualisierung oder Beispiele
Moderationshinweise: Was sage ich zwischen den Folien? Übergänge, Pausen, Interaktion”
Phase 2: Präsentation umsetzen
5. Folien erzeugen

Mit der fertigen Storyline geht es jetzt in die Umsetzung. Tools wie Gamma.app generieren aus einem Texteinwurf direkt ein komplettes Foliendeck – inklusive Layout und Design.
- Füge deine Storyline aus Schritt 4 in Gamma ein.
- Hinterlege Design, Farben und Schriften aus deiner Corporate Identity.
- Gamma erstellt daraus einen Entwurf mit Folien, Überschriften und Struktur.
- Du kannst diese flexibel nachbarbeiten UND als PDF, GoogleSlides oder Powerpoint exportieren.
Gammas Stärken sind deine frische und ansprechende Gestaltung bei hoher Geschwindigkeit. Die Nutzung im kleinem Umfang (bis 10 Folien auf einmal) ist kostenlos.
Wichtig: Gamma ist ein US-amerikanisches Tool und gewährt m.W. keine DSGVO-konforme Auftragsverarbeitung. Sensible Daten haben hier nicht zu suchen.
Tipp: Nutze Gamma als Ausgangspunkt, nicht als Endprodukt, es braucht noch immer den Feinschliff von dir.
UND: Gamma imitiert euer CD, aber es nimmt sich Freiheiten, um eine ansprechende Gestaltung zu erzeugen.
6. Nachbearbeiten: Bilder und Präsentationstools
Der letzte Schritt ist die Verfeinerung – und auch hier unterstützt KI auf zwei Wegen:

Eigene Bilder generieren: Stockfotos, die nach Stockfotos aussehen, sind out. Mit Bild-Tools wie Nano Banana, Flux oder ChatGPT Image erstellst du passende Illustrationen – genau auf dein Thema zugeschnitten. Gib Stil, Inhalt und Farben an, lass dir Varianten generieren und füge passende Bilder in die Folien ein.
Besonders praktisch. Viele Präsentationstools integrieren KI-Funktionen inzwischen direkt: PowerPoint (mit Copilot), Canva (mit Magic Write und Bild-Generierung) und Google Slides (mit Gemini) haben inzwischen alle eigene KI-Funktionen eingebaut – für Textoptimierung, Bildvorschläge oder das Kürzen von Folien.
Tipp: Generiere Bilder mit einem einheitlichen Stil-Prompt für alle Folien – so entsteht eine kohärente Bildsprache über die ganze Präsentation.
Ausblick: Wohin geht die Reise?
Das Feld entwickelt sich gerade rasend schnell. Immer mehr KI-Tools (Stand Mai 26) können inzwischen direkt mit Präsentationen umgehen – so zum Beispiel Langdock, das Vorlagen von PPT lesen, analysieren und überarbeiten kann, oder Claude mit seinen Design-Funktionen, die strukturierte visuelle Inhalte generieren.
Dabei stellt sich eine spannende Frage: Wandern KI-Funktionen schneller in die klassischen Präsentationstools – oder wandern Präsentationsfähigkeiten schneller in die KI-Tools? Beides passiert gerade gleichzeitig. Welcher Weg sich durchsetzt, wird auch davon abhängen, wo wir als Nutzende am meisten Zeit verbringen – und wo die KI uns am natürlichsten begegnet.
Ich beobachte diese Entwicklung gespannt und halte dich auf dem Laufenden. Schau gerne in meine Workshops und Kurse – dort arbeiten wir immer mit den aktuellsten Tools.
Die gesamte Präsentation findet ihr hier: https://docs.google.com/presentation/d/19zhOd_ILFueNS5nzIX1wcEOVoVmD8KskuyoDWEbl9XQ/edit?usp=sharing
ABER:
